Wichtig! - важно!

Jedes Foto vom Panzerregiment 35 ist ein wichtiges und seltenes Zeitdokument.
Viele Kinder haben ihren Vater nie kennengelernt, haben kein Fotos!
Viele russische Menschen haben kein Foto von ihrem Dorf während des Krieges.
Jedes Foto kann bei der Identifizierung von Ort, Zeit und Personen helfen!
Bevor Sie die Fotos, oder Album verkaufen geben Sie uns wenigstens ein Duplikat!
Scan von Vorderseite und Rückseite, wenn Text vorhanden.
Jeder Besitzer eines Fotos hat die Verantwortung für die Vergangenheit in seinen Händen! Helfen Sie uns, damit wir anderen Menschen helfen können!

Каждая фотография Panzerregiment 35 является важным и редким современным документом.
Многие дети никогда не встречались с отцом, у них нет фотографий!
Во время войны у многих русских людей нет фотографии их деревни.
Любая фотография может помочь определить место, время и людей!
Прежде чем продавать фотографии или альбом, дайте нам хотя бы дубликат!
Сканирование спереди и сзади, если текст существует.
Каждый владелец фотографии несет ответственность за прошлое в своих руках! Помогите нам, чтобы мы могли помочь другим людям!

Gedenkensteine in Bamberg, Kaserne 2017

Gedenkensteine in Bamberg, Kaserne 2017
immer noch unvergessen und unglaublich zu lesen, dass sich solch Grausames noch zu Kriegsende ereignete: https://andreas-stenglein.de/wp-content/uploads/2017/12/Zum-Teufel-bleiben-Sie-ruhig-stehen-Langhammer-.pdf
1943: Olt. Georgi, Chef 3. Kp.
zu dem von "Kameraden" denunzierten Benzinfahrer Otto Becker:
"Ich gebe Ihnen einen guten Rat,
DENKEN SIE NICHT ZU LAUT!"

Damit rettete er ihm das Leben...
Dieser Satz hat zu jeder Zeit
eine tiefe Bedeutung...

Die "Bären" - Медведь - медведь танков - Sie gaben sich selbst den Namen: "Die Eberbacher"

Die "Bären" - Медведь - медведь танков - Sie gaben sich selbst den Namen: "Die Eberbacher"
(1943 Lgov) Mit dem Teddy lebt das Regiment weiter und wird seiner historischen Verantwortung gerecht - Das Panzerregiment 35 mit seinen Stabskompanien, 8 Kompanien in 2 Abteilungen, der Ersatzabteilung in Bamberg mit 6 Kompanien

Geburtstagsliste - Panzerregiment 35 1940

Panzernachrichten

Panzernachrichten
Speer: "Wir wussten, dass der T34 der bessere Panzer ist, aber wir durften ihn auf "seinen" Befehl nicht bauen! Er musste von Krupp und mit Mercedes Motor sein!" Foto: Erbeutete T34 mit dem Bären Logo des Pz.Rgt.35 nach der Eroberung in Orel 1942. Original Diapositiv! Keine Retusche, oder Kolorierung von Lt. (Olt. Hptm. Gerd Georgi, Chemnitz)!

Die "Bären" 1943

Die "Bären" 1943
Februar 1943 Llgov - Stabskompanie

Abteilungsbefehlspanzer März 1943

Abteilungsbefehlspanzer März 1943
Lt. Heinz Burkard (⚔ 8. Jan.1944) 1943 auf dem Befehlspanzer bei Kaljakorowsk

Samstag, 4. Oktober 2014

Dr. Holzwarth, Hptm. Ernst Schaeffer, Lt. Mayer

namenlos aus einem zerrissenem Album...
kümmerliches Bildchen in einer zerissenen EBAY Auktion - falsch geschrieben, Hptm. statt Olt. ohne Biographie...Hallo Leute! Hier geht es nicht um fünf Euro! Hier geht es um einen Menschen! Einen Soldaten! Eine menschliche Geschichte! Natürlich könnt Ihr die Bilder verkaufen - aber es sind unsere Kameraden. Die Gefallenen und die Vermissten haben hier eine Heimat und wir verbitten uns, sie zu "markieren", zu "branden" mit einem Kopierschutz quer über die Gesichter und Körper zu versehen! Sie gehören für immer zu diesem Regiment, und dieses Regiment ist nicht tot! Es wurde weitergetragen und wird immer noch sehr lebendig in Ehren gehalten.



So sollte es aussehen: In Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern ergibt sich ein umfangreiches Bild, das einen Zusammenhang erkennen lässt und Platz für weitere Recherchen bietet:



zu Schaeffer habe ich folgendes
(hatte Deutsches Kreuz in Gold 1942 als Oblt. in der III./Pz.Rgt. 15 erhalten)
vom Volksbund:

Schaeffer, Ernst-Otto
geboren 01.01.1915 in Sorau, Brandenburg
verstorben/gefallen 26.03.1945

Ernst-Otto Schaeffer ruht auf der Kriegsgräberstätte in Montabaur (Bundesrepublik Deutschland) .
Endgrablage: Grab 424

Ernst-Otto - woher dann seine Spitzname "Ulli"?

Auch zu Schaeffer - als Lauchert als Kommandeur des Panzer-Regiments
Grafenwoehr (mit Panther Abt 51 & 52; auch PR von Lauchert) in Russland
ankam (etwa 4.Juli 43) blieb PA 52 Abt Kdr Karl von Sivers erkrankt in
Deutschland zurueck. Lauchert schrieb an seine Frau: "Ich habe Schaeffer
angefordert." (vermutlich wollte er Schaeffer als Kdr PA 52 einstellen.
Ist nicht so gelaufen, Sivers kam spaeter zurueck und inzwischen gab es
ein paar andere stellv. Kdre.) Recherche: Oliver Lörscher



Donnerstag, 25. September 2014

Leutnant (unbekannt) Sigmund Reichenberger Januar 2017 gefunden!

Lt. Sigmund Reichenberger aus Fichtelberg
Drei Jahre Suche nach einem Phantom...

Jahre ist es her , das ich von S. G. Fotos eines Leutnants unseres Regiments zur Bestimmung per Mail erhielt. Stütze und Ursprung des Anstoßes war unser Blog da dieser in der Welt der Sammler keineswegs unbekannt ist.
Gemeinsam suchten und recherchierten wir.
Und tatsächlich brachten wir Licht ins Dunkel des bis dahin Unbekannten...
Leutnant Reichenberger ... bisher nur ein Name auf Besetzungslisten  bekam ein Gesicht.

Besonders verwirrend war die Tatsache, dass sowohl im Album des noch unbekannten Leutnants, als auch in den Alben, von noch lebenden Veteranen die gleichen Bilder sich fanden!
Er musste also unmittelbar in der Umgebung der 1. Kp. oder im gleichen Zug gewesen sein. Er war wie verflixt, wir kamen ihm nicht näher!
Immer wieder befragte ich auch Heinrich Schnappauf. Seine Bilder fanden sich ebenso im Album. Er konnte sich nicht erinnern.
Er wusste genau die Kameraden im Panzer, doch ein Zugführer fiel ihm nicht ein. Kp.Chef Hans Müller war ihm wohl bekannt.
Bis zum letzten Moment blieb der Lt. ein Geheimnis, das sich erst lichtete, als auf der "Autogrammkarte" von Heinrich Eberbach ganz schwach der Name "Reichenberger" zu entziffern war!

Es war die Bleistiftnotiz, für welchen Offizier diese Karte gedacht war, welche anscheinend an viele Offiziere im Regiment 35 verteilt wurde, da "Papa Eberbach" über ganz besondere Fähigkeiten verfügte, seine Offiziere sehr eng an sich zu binden.

Lt. Reichenberger war Zugführer, aber so ein ruhiger und unauffälliger Offizier, dass die Erinnerung an ihn, selbst von seinen, ihm unmittelbar untergebenen Panzerbesatzungen vollständig verblasst ist.
Da hatte mein Vater andere Erinnerungen an seinen Chef! Eingebrannt: Hauptmann Stange aus Köln... der Soldaten sinnlos opferte und ins Verderben schickte.
Siehe auch: Link H.Schnappauf

Wenn ein Sammler ein Foto aus dieser Zeit erwirbt, dann gilt es als „verbrannt!" wenn es veröffentlicht wurde. Das war vollkommen neu für mich und ich war sehr überrascht und ungläubig. Es gilt also abzuwägen, was wichtiger ist, und auch im Sinne eines Sammlers sein kann, eine lose Bildfolge, oder eine überaus spannende Geschichte welches sich aus akribischer Kleinarbeit, aufwändiger Suche und am Ende in einer spannenden Biografie ergibt.
Es bedarf also einer aufwändigen Erklärung, um am Ende dem geneigten Sammler begreiflich zu machen dass seine losen Bilder in einer spannenden Handlung eine Aufwertung erfahren und im Kontext der Ereignisse deutlich an Wert gewinnen können. Neben dem monetären Aspekt gibt es auch noch einen wichtigen menschlichen. Nicht nur dass wir durch unsere Arbeit einem Menschen der in dieser grausamen Zeit sein junges Leben verlor wieder ein Gesicht, eine Biografie geben, wir geben auch den Menschen in Russland, oder sonst wo einen Teil ihrer Geschichte zurück.

Ich werde nie vergessen wie bei einem Besuch in Stary Bychow am Ufer des Dnepr in Weissrussland mir die Redakteurin der ortsansässigen Zeitung sagte: "Ihr, die Deutschen habt unsere Geschichte dokumentiert. Wir Russen hatten keine Fotoapparate, wir hatten andere Probleme. Nur die Deutschen hatten Fotoapparate. Durch eure Bilder die wir jetzt von euch bekommen, bekommen wir einen Teil unserer Geschichte zurück. Das ist sehr wichtig für uns und wir brauchen eure Bilder, eure Schilderungen und eure historische Arbeit. Gebt uns wenigstens diesem Teil unserer Geschichte zurück, nach allem was ich an Schrecklichem ereignet hat!"

Wir erfüllen also mehrfach einen historischen Auftrag, und eine Art kleiner "Wiedergutmachung" wenn wir uns die Mühe machen Sammler-Leidenschaft mit historischer Arbeit zu kombinieren und zu einem guten und wichtigen Gesamtwerk zusammenzufügen. Zumindest für eine gewisse Zeit sind lose Bilder, verklungene Geschichten archiviert und in einen Zusammenhang gebracht, um nachfolgenden Generationen vielleicht einen Denkanstoß zu geben. Die wichtigste Aufgabe wird sein, Sammler in unsere Arbeit einzubinden und das unmögliche zerreißen von Alben und den Verkauf von einzelnen Bilddokumenten zu verhindern. Im gemeinsamen Wirken um die Vergänglichkeit der Zeit können wir auf die segensreiche Arbeit im Internet und mit Vernetzung bauen.
Neben allen möglichen Museen sollte am Aufbau eines Bildarchivs gearbeitet werden denn alle Sammler ereilt früher oder später das gleiche Schicksal. Eines Tages werden sie vor der Frage stehen was mit ihr sorgsam gehüteten Sammlung geschehen soll. Nur in einem überregionalen Bildarchiv kann einer erneuten Zerstörung von Sammlungen wirksam begegnet werden. Die Gegenstände in einem Museum sind nur stumme Zeugen einer vergangenen Zeit. Ohne Aussagekraft und ohne die erklärende Bedeutung der Worte sind sie nur ein einseitiges Zeugnis. Erst in einem Zusammenspiel von Bild, Ton und Wort vermitteln sie ein wirklichkeitsnahes Bild und dringen in das Bewusstsein des geneigten Besucher sein.

Mit Schrecken erinnere ich mich, als wir als Kinder durch Museen geführt wurden. Langweilig starrten wir in die Vitrinen und die Gegenstände glitten an unseren Blicken vorbei und drangen zum Ärgernis unserer Lehrer kaum in unser Bewusstsein. Vollkommen stumpfsinnig schlurften wir durch die Gänge und hofften möglichst schnell wieder in Freiheit zu gelangen. Wir hatten einfach keinen Zugang zu Tonscherben irgendwelchen Siegeln und Dokumenten. Geschichte lässt sich nur lebendig vermitteln. Ohne des Zusammenspiel aller Komponenten handelt es sich meistens nur um eine Anhäufung und Ansammlung von toten Gegenständen.

Bei unserer Arbeit muss man einen langen Atem haben, viel Geduld und Hartnäckigkeit...
Bis jetzt haben alle Nachforschungen noch nichts gebracht und ich gehe einmal anders vor. Dumm nur, dass ich dem Spender der Bilder versprochen habe, diese nicht zu "verbrennen" also durch Veröffentlichung quasi wertlos zu machen. Fest steht, dass dieser Leutnant in der ersten Kompanie diente.
Alle meine Bilder enden ca. 1943
Die Panzerbesatzungen suche ich in den Verleihungslisten.
Panzerbesatzungen:
Grun - Glott mein Fahrer

Erwähnte Namen auf Bildrückseiten:
Olt. Müller (Hans Müller Chef 1.Kp.)
Lt. Schreiber (Zugführer)
Pflaum
Heinz Wolf (gefallen)
Olt. Krause (41)
Kaljewka Heldengedenkstag 43:
Geissler
Heinrich Schnappauf
Harry Stach
Mein Fahrer und Funker: Obg. Thoma, Obg. Wagner
Bild: Sonnige Rast in Kaljewka:
Werner Berlin (aus Berlin)
Köhnlein
Prandl


Nachforschungen zu Ogf. Thoma:


Bernhard Thoma wurde Unteroffizier und fiel Februar 1945



Uffz. Berhard Thoma im Panzer von Lt. Reichenberger


Donnerstag, 11. September 2014

Eine Kerze für den Cousin von Fritz - Unterscharführer Gerhard Maier














Als Gerhard sich freiwillig zur SS meldete, brach sein Bruder Benno mit ihm...
Er starb zweimal... Einmal an der Brücke in Lyck (Ełk)  und zuvor im Herzen seiner Familie.
Der Bruder ging nach Amerika und ist jetzt auch verstorben. Eine Aussöhnung konnte nie stattfinden.
Um wenigstens eine Kerze des Andenkens und des Zeugnisses seiner Existenz abzulegen werden die Unterlagen gezeigt. Fritz war als Soldat genau an der Stelle in Lyck, wo Gerhard fiel und hat sein Grab besucht. So gibt es durchaus einen kleinen Zusammenhang mit dem Regiment. Es soll wenigstens einmal sein Name noch genannte werden.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch ein Wort zur allseits gefürchtete SS niederschreiben.
Viktor Frankl sagte einmal:  nicht alle waren Verbrecher! Auch wir hatten Falotten in unseren Reihen.

Aufgrund der historischen Ereignisse haben diese zwei Buchstaben Angst und Schrecken verbreitet und sind auch heute noch das Synonym für das Böse.
Ich kann immer nur für das sprechen, dass sich persönlich erlebte, das ich persönlich gehört habe. Demzufolge muss ich wahrheitsgetreu schreiben, dass viele Angehörige der Waffen SS wie in einer Eliteeinheit gekämpft haben und nicht zu Massakern herangezogen wurden. Fritz Schneider berichtete mir dass er am Jelna Bogen viele Schützenlöcher gesehen hat in denen tote Soldaten der Waffen SS gelegen sind. Rings um die Schützenlöcher lagen Dutzende von Toten Russen. Es wurde also bis zur letzten Patrone gekämpft.

Der Mann der jüngsten Schwester meiner Großmutter war Belgier und hieß Joseph de Leeuw. Er war Freiwilliger in der Waffen SS und überlebte den Krieg. Nach dem Krieg besuchte er meinen Vater in Altenmuhr, wo wir evakuiert waren. Er sagte er ginge wieder nach Belgien zurück. Man Vater drängte ihn doch in Franken zu bleiben. Er entgegnete, dass er als Angehöriger der Waffen SS nur an Brennpunkten eingesetzt gewesen sei. An Kriegsverbrechen war er nie beteiligt. So fühlte er sich seiner Meinung nach unschuldig und ging nach Belgien zurück. Dort wurde er zum Tode verurteilt und später begnadigt. Nach 20 Jahren Haft verließ er als gebrochener alter Mann das Gefängnis in Brüssel (St.Gilles)

Der Mann der jüngeren Schwester meiner Mutter war unehelich geboren und jeder wusste im insgeheimen, dass sein leiblicher Vater ein angesehener jüdischer Geschäftsmann war. Unter diesem Makel litt er sehr und meldete sich im Alter von 16 Jahren freiwillig zur Waffen SS. Als ich noch ein junger Bursche war, erzählte er mir relativ viel aus seinem Leben. Er erzählte mir einiges über jüdische Gewohnheiten, so zum Beispiel, dass ein Jude nie die Frau seines sexuellen Abenteuers heiratete. Als angesehener Jude musste er eine Jüdin heiraten. Auch wenn er verheiratet war bedeuteten seine sexuellen Abenteuer seiner Ehefrau nichts, sofern sie keine Jüdin war.
Seine militärische Ausbildung begann in Goslar später in Sterzing und er wurde dann zur Partisanenbekämpfung in Jugoslawien eingesetzt. Bei einem Kampfeinsatz tötete er eine Frau. Das war für ihn Grund genug, nie mehr in seinem ganzen (relativ kurzen) Leben eine Waffe in die Hand zu nehmen.
Gerhard Binderberger

Der junge Gerhard Binderberger




Hauptmann Walter Grohe und seine Besatzung ...

Funker Rudolf Völk oben und Hptm. Walter Grohe unten...
Sie starben zur gleichen Zeit... 18. September 1944 im Kurland. Wer hat Informationen zu Grohes Tod? Zu Rudolf Völk?

Freitag, 29. August 2014

Leutnant Richard "King" König - Panzer 111

Leutnant Richard (King) König 11.8.15 - ⚔ 4.7.41
 Der "King" ist aufgetaucht!

umgebettet auf den Sammelfriedhof in Mogilew


Wie aus dem Nichts ist heute der "King" wieder zu uns gekommen, Dank der Fürsorge des Nachkommen seines guten Freundes Helmut (PiKra) Krause, Joachim Krause. 
Ich habe sofort Fritz Schneider angerufen, der sich zuerst mit schwacher Stimme meldete, aber als er die große Neuigkeit vernahm, dass ganz unerwartet ein ausgezeichnetes Bild vom "King" aufgetaucht ist, sofort an Lautstärke zunahm und sich äusserst lebendig und kräftig gab. Fritz: "von Cossel rauchte die blaue Nil und der King die Attika!" Davon rauchte er an einem Vormittag bereits 50 Stück! 
Fritz war zeitweise Richtschütze bei Lt. König und musste ihm immer die angezündeten Zigaretten reichen.
 In Frankreich musste Fritz als junger ROB immer Lt. King bei seinen strategischen "Spielen" im Sandkasten assistieren. 
In Frankreich leitete Helmut (PiKra) Krause mit Lt. Richard "King" König den Lehrgang in einem vornehmen Chateau, der frisch gebackenen ROB´s - Dort waren sie alle, die späteren Offiziere und Kompaniechefs versammelt als noch Gefreiten: Richard v. Rosen, Fritz Schneider, Richard Solf, Sigi Breu, Karl-Heinz Ludwig und (?) Eisenhut...  
Mal sehen ob der Fahrer dieses rabenschwarzen Tages hinter der Brücke von Stary Bychow, Edi Achatz noch etwas dazu sagen kann...

Anekdote von Fritz Schneider, damals ROB Lehrgang in Frankreich:
Lt. König verstand es meisterlich mittels eines leeren Bierkruges die Stimme des Führers täuschend echt nachzuahmen. Das machte er auch inmitten eines Cafés, inmitten lauter Franzosen. Mit harter Stimme und rollendem R rief er die Volksgenossen im Deutschen Reich auf, mehr Soldaten zu zeugen. Er habe nun die Schwangerschaft kraft seines Amtes von neun Monaten auf sechs Monate reduziert! Die Franzosen bogen sich vor Lachen und spendierten Wein und Getränke dem mutigen Conférencier in Uniform und seinen Begleitern. Wie überhaupt zwischen Franzosen und Deutschen eine große Herzlichkeit bestand und man sich seiner gemeinsamen Wurzeln erinnerte.  
Fw. Wallowski ließ die Lehrgangsteilnehmer auf einen Baum klettern und befahl: "Ein Lied!"
Sigi Breu sang darauf hin: "Im tiefen Keller sitz ich hier!"
Fw. Wallowski muss zu den Lehrgangsteilnehmern sehr streng gewesen sein, und das wurde nicht vergessen! Aus den kleinen Gefreiten wurden Offiziere und als Fritz Schneider Olt. und Kp.Chef war erinnerte er sich noch sehr genau an den Lehrgang in Frankreich und hatte Zeit seines Lebens keine sehr gute Meinung vom Fw. Wallowski. Erniedrigungen und Demütigungen wurden nie vergessen! Das konnte ich oft feststellen und das hat mich sehr verwundert. Es ist dennoch eine Tatsache und man sollte sehr vorsichtig sein, andere Menschen zu erniedrigen - man sieht sich vielleicht öfter!

Fritz Schneider hat so oft den "King" erwähnt und beklagte dessen frühen Tod. Angesichts der so spärlichen Erinnerungen an diesen Offizier kratze ich alles zusammen, was Lt. Richard König wieder in den Fokus der noch Lebenden rückt. Tagebucheintrag von Christian Krause, der seinen Bruder Helmut (PiKra) in Frankreich besucht, also auch dessen Freund Lt.Richard König:

Christian Krause besuchte im November 1940 seinen Bruder Helmut Krause in Frankreich.
8.11.40: "... Helmut am Bahnhof, Fahrt nach Villefranche ... Unterkunft im Schloss, Abendessen mit Gans, Abend am Kamin"
9.11.40: "Vorführung der Panzer, nachmittags des Pioniergeräts und der alten Wohnung im Sommerhaus. Dann Fußballniederlage, Kaffee, Trigny???, am Kamin Führerrede*"
10.11.40: "Jagd, Abschiedsessen, Abfahrt von Mintargis (Montargis?) ..."
 * mit Sicherheit eine von Lt. Königs berühmten "Führerreden"

Das Grab von Richard "King" König an der Brücke von Stary Bychow
Die Story von Fritz, abgeschrieben von seiner Original Notiz:
Originaltext von Fritz zu seinen Erlebnissen Pattscheid und Frankreich:

….. Überraschend war die Versetzung zur neu aufzustellenden ersten Kompanie nach Pattscheid.
Dort lagen wir im Privatquartier. Es gab laufend „Dicke Bohnen". (Besonders harter Drill)
Ein Zug (2 Gruppen) unter Feldwebel Schneider (zack Zack) stieß zur ersten Kompanie.
Faszinierend war die erste Vorstellung ihres Chefs, Oberleutnant Hans - Detloff von Cossel mit seiner Ausstrahlung und einem einmaligen Lächeln und seinen vielen Ideen.
Ich weiß es jetzt nicht mehr, ob damals Oberleutnant Krause, genannt "Pikra" (von Pionier-Krause) unser Ausbildungsoffizier beim zweiten Aufenthalt in Frankreich oder schon vorher war.
Er hatte ein Auge auf den kleinen Schützen Schneider geworfen und stellte mich besonders heraus beim anschleichen im Drillich (grober Stoff)
im tiefsten Dreck mit dem Gewehr in der Vorhalte. Ich war der schnellere unerledigte den Gegner. Die Frage: "haben Sie auch eine Schwester? Überraschte mich sehr.
Oberleutnant Krause fiel im Oktober 1941 vor Mzensk im Vormarsch auf Tula.
Im Schloss war der Kompaniestab untergebracht und wir, die Mannschaft in der "Marie" dem Rathaus im Dorf.
Der unbeliebte Spieß (Kompaniefeldwebel) Klepzig veranstaltete einen so genannten Maskenball (Schikane mit dauerndem Kleiderwechsel) und antreten im Hof des Chateau.
Das wurde mir und dem Stabsgefreiten Gsänger zu bunt und wir schleppten unseren Kleiderspind (Jargon für Kleiderschrank) mit Schubkarren auf die Hälfte des Weges in den Weinberg.
Jedes Mal fragten wir die vorbei rennenden Kameraden nach der neuen Kleiderordnung und zogen uns gemütlich an, um dann als beinahe die ersten einzupassieren.
Da geschah unsere Entdeckung, denn man hatte uns falsch informiert, so dass wir beide mit den verkehrten Klamotten vor dem Spieß erschienen.
Da war der Teufel los; das hat der Feldwebel Klepzig uns beiden nie verziehen! Gsänger landete bei einer Strafkompanie und als ich 1943 als Offizier in Russland erschien,
ließ sich der Spieß Klepzig sofort versetzen!
Die lang ersehnte Panzerausbildung begann zu unserer Freude.
Wir wurden zur Kampfstaffel versetzt erhielten die schwarze Uniform mit Binder (Krawatte).
Ich landete im ersten Zug unter Leutnant König genannt der "King" im Panzer 114 als zweiter Gruppenführer.
Immerhin als Richtschütze unter Kommandant Unteroffizier Pröbster, einem Hannoveraner.
Fahrer war der Unteroffizier Krug als Nachhut.

Spieß Klepzig links, auf dem Motorrad Olt.H.D.v. Cossel, rechts Lt. Gerhard Georgi
Unteroffizier Pröbster 1941 - Kommandant des Pz. 114


Freitag, 25. Juli 2014

Die Reihen lichten sich ...

(1952 Bamberg) Bei den Kameraden des Bruders vereint ... Otto Eidloth und Kameraden zeichnen die Skizze der Gefechtslage, welche uns bei der Suche nach Hans Müller in Maladusha hilft.
Ruth Irene Spengler, geb. Müller, 18.3.1923 - 25.7.2014 Schwester des Kp.Chef I.Kp. Pz.Rgt. 35 Hptm. Hans Georg Müller ist verstorben.

Montag, 30. Juni 2014

Herzlichen Glückwunsch! Herr Major ... von Cossel feiert und meldet sich ...

Ich bin nicht abergläubisch und kein Esoteriker ...
Aber heute morgen erreichte mich eine e-Mail, dass diese Bilder aufgetaucht sind und der neue Besitzer, Nachforschungen anstellte und bei mir landete...
Heute Nacht um 12:oo weckte damals die I.Kompanie und gratulierte ihren Chef, Olt. Hans-Detloff von Cossel zum Geburtstag. In einem der früheren Post habe ich das beschrieben. Genau zu diesem Zeitpunkt tauchen die Bilder auf, die wohl die dramatischten und geschichtsträchtigsten der I.Kp. und des ganzen Regimentes sind. Bei jedem Feld mit Kornblumen musste ich an den Major denken, als wir die 700 km Elbe vor 14 Tagen mit dem Rad befuhren. Gratulieren möchte ich vor allem der Zwillingsschwester Ingeborg, welche sich so einigermaßen durchkämpft und an den nun 96 Jahren schwer zu tragen hat!
Bei jedem Anruf ist "ihr" Panzerregiment ein wichtiger Bestandteil ihres mittlerweilen getrübten Bewusstseins geworden. Hoffen und wünschen wir das Beste! Eine Postkarte mit einem Gruss wäre sicher eine große Freude für sie und Aufmunterung bei ihren schweren, letzten Gang, denn es steht nicht gut um sie und immer beklagte sie die Einsamkeit. Die besten Grüße wurden ihr von "Ihren Panzerleuten" übermittelt.

Lt. Hans Müller - Major Meinrad v. Lauchert - Olt. H.D.v. Cossel - Olt. Bodo v. Gerdtell - KVw.R. Rudi Mayer im Hintergrund der wagen vom Rgt.Kdr. H.Eberbach


Rudi Mayer hat wichtige und gute Verbindungen und der verwundete Cossel wird von Mölders in die Charitè nach Berlin geflogen. Kurze Zeit später ist er wieder an der Front und bekommt im Herbst 41 einen Bauchschuss durch eine MP in Unetscha. Zu seiner Schwester: " Nur gut, dass ich bereits mein Morgen Ei gelegt hatte!" Fritz Schneider besucht ihn dort im Lazarett und sein Begleiter fällt gleich in Onmacht, als er das Chlotoform riecht! (Mein Vater konnte das auch nicht riechen, ohne umzufallen) - Dort sagte v. Cossel dem Fritz Schneider, dass "sie" Infantrie werden würden, da keine Panzer mehr da seien. (Genau beschrieben in - PiKra´s - Olt. Helmut Krauses Aufzeichnungen) siehe Bild PiKra links..
an dieser Stelle, das einzige Bild, wo sich nochmals die drei Geschwister lebend sahen... Hans-Detloff, Eberhard und Ingeborg, unser morgiges Geburtstagskind


Samstag, 21. Juni 2014

Alles Gute zum 95. "Edi" Achatz

 
"Edi" Achatz - Veteran der ersten Stunde
...


Totgeglaubte leben länger!
Die Sterbekarte war bereits ausgefüllt, doch "Edi" blieb uns noch viele Jahrzehnte erhalten!

Alles Gute zum 95.

Eduard Achatz, von seinen Kameraden und Kollegen auch  „Edi“ genannt, kann heute auf 95 Lebensjahre zurückblicken.
Mit ihm feiert auch sein Schutzengel, er hat 95 Jahre harter Arbeit hinter sich, denn Eduard hat es seinem Beschützer
nie leicht gemacht. Getreu dem Motto: „Vorwärts und durch!“
Edis Kampf gegen die Gefahren des Lebens begann am 22.06.1919 im beschaulichen Schönwald in Oberfranken.
Als Kleinkind fiel er rückwärts in einen großen Topf mit Kloßbrühe (heißes Wasser).
Ein paar Jahre später traf ihn ein Brikett am Kopf, den große Jungens über das Hausdach geschmissen hatten.
Im Polen-Feldzug wurde er durch ein Geschoss, das durch die Seitenwand seines Panzers geschlagen war, am Arm verwundet.
Das Geschoss wurde im Inneren des Panzers durch drei Rucksäcke gebremst!

Während des Russland-Feldzuges war Unteroffizier Achatz bei der Brückenmannschaft von Stary Bychow.

Als Fahrer des Panzers „111“ war er an diesem Tag am weitesten nach Osten vorgestoßen.

Kameraden aus seinem Panzer fielen, er konnte sich an den Dnjepr retten.
Dort stand er mehrere Stunden lang bis zur Brust im Wasser. Er überlebte, weil er „Nichtschwimmer“ war.

Andere Kameraden ertranken bei dem Versuch, den Fluss zu durchschwimmen.

Von den Russen aufgegriffen, kam er als Kriegsgefangener in ein Gefängnis nach Smolensk.

Bei dem Beschuss durch die nachrückenden Deutschen explodierte eine Granate in seiner Zelle und verletzte ihn am Hals.
Wegen Munitionsmangel hatte man nur noch Nebelgranaten verschossen!

Die gnadenlose Sonne Süd-Italiens durfte er zum Kriegsende in Amerikanischer Kriegsgefangenschaft genießen.
Die Abschattung durch das T-Shirt  kann man heute noch erkennen.
Auch von den 70 Jahren nach dem Krieg sind mehrere Großeinsätze des Engels bekannt.
Bei der Fahrt mit einem Moped mit dem Fuß an einem Grenzstein hängen geblieben. Meniskus ade, 1 Jahr Bein steif.
Nach dem Umzug ins Rheinland hat sich Eduard bei einer Explosion eines Behälters in der Chemischen-Industrie
mit einem Hechtsprung durchs Fenster gerettet. Nur einen Finger gebrochen!

Bei der Pflege einer Sonnenmarkise beide Schläfen durch den Scherenmechanismus aufgeschlagen.
Der Mechanismus ging zum Glück nicht weiter zusammen.

Im höheren Alter schon mehrfach gestürzt. Prellungen, Blutergüsse, Nasenbruch und Platzwunden.
Das waren nur die überlieferten Großereignisse, über Kleinigkeiten redet man im Hause Achatz nicht.
Durch verstärkten Einsatz des Kopfes hat Edi die meisten schweren Dinger von seinem Körper abhalten können.
Der Kopf eines Oberfranken ist halt sein stärkstes Körperteil, man sagt, sie seinen Dickschädel.
So, jetzt wissen wir was wir tun müssen, um 95 Jahre zu werden. Ein XXL–Engel muss her!
Ach, ja! Krank darf man auch nicht werden, höchstens mal was Nasenlaufen.
Lieber Herr Achatz – Eduard – Edi – Papi - Opa, alles Gute zu Ihrem (Deinem) 95. Geburtstag,
Unfallfreiheit und Gesundheit für den Rest Deines Weges.
                                                                                                      Dein Jürgen 
Fritz Schneider: "Edi" war einer unserer ganz guten Fahrer und als sehr zuverlässig bekannt. Die besten Panzerkommandanten, die besten Offiziere holten sich nur die besten Fahrer in ihre Panzer. Dazu gehörte Edi. Ich futterte oft Edis Reserven, dann Edi hatte immer etwas Gutes zum essen in "seiner Kiste!". Die besten Grüße an dieser Stelle von seinen, noch lebenden Kameraden.
Aus Weissrussland: 
Der Mann, der wie ein langes Leben gelebt hat, gibt es immer etwas für die Nachwelt zu erzählen. Lassen Sie solche Menschen praktische Weisheit an nachfolgende Generationen weitergegeben. Für Ruhe und gut für unseren Planeten .. Mit feierlichen Datum! Alles Gute aus Belarus!
Danke Oleg! - Edi hat uns viel erzählt und mitgegeben, wie alle Veteranen: Niemals wieder Krieg!  

Montag, 26. Mai 2014

Oberfeldwebel Otto Eidloth (Bamberg) gestorben ...

Oberfeldwebel Otto Eidloth 30.11.1920 - 18.5.2014 - 1.Kp. I.Abt. Pz.Rgt.35
Otto - Einer der offenherzigsten Feldwebel, die von Anbeginn des Russlandfeldzuges in der I. Abteilung, in der 1. Kompanie, im Panzer von Hans Detloff v. Cossel sassen. Neben "unserem" Hans Müller im Nachbar Panzer, als dieser in seinem letzten Gefecht fiel, ist nun am 18. Mai 2014 in Sassanfahrt verstorben. Neben Otto Eidloth fielen 4 Kompaniechefs des Pz.Rgt.35: v.Cossel, Königstein, Müller, Burkhard. Seine Erlebnisse werden lange weiterleben, denn seine "Geschichten" waren wohl nicht einmalig, aber er war der Einzige, welcher sie uns offen und ohne Scheu erzählte. Das war und ist uns in diesem Blog besonders wichtig. Wir wollen den Menschen sehen und erkennen, mag er noch so viele Eigenschaften gehabt haben, wie er mag, ob sie toleriert werden, wurden, oder wie auch immer. Wir erkennen uns nur dann wieder, wenn wir hinter die Kulissen schauen dürfen. Otto hat uns tiefe Einblicke in sein Leben gewährt. Er hat uns gezeigt, dass Tapferkeit alleine nicht den Menschen ausmacht. Seine Kraft, seine männlichen Eigenschaften haben ihn über die Massen der Durchschnittlichen, der Verklemmten hinaus gehoben. Er war ein Urgestein, das nicht immer Beifall fand. Er hatte viele Neider, ob seiner Männlichkeit, seines Charmes bei Frauen, seiner Art durchs Leben zu gehen. In einem hat er mir nicht die Treue gehalten! - Er hatte mir versprochen 100 Jahre alt zu werden! Die Urne von Otto wurde am 27. Mai im Beisein seiner Familie und Ulrich Pohl in Pettstadt beigesetzt.
Ulrich Pohl: Eine kurze ergriffene Rede hat Werner gehalten. Als dann von einem der anwesenden Frauen  der Satz fiel: 'Ich werde 100 Jahre' Orginalton Otto, wurden von Ulrich Pohl noch einige Worte an die Trauernden gerichtet. Auf unsere Home-Page verwiesen und den dortigen Nachruf bekannt gemacht. Damit haben wir 35er dem Verstorbenen die letzte Ehre zuteil werden lassen.

Wir gedenken Otto an dieser Stelle und danken seinem Schwiegersohn Werner für alle Unterstützung!
An dieser Stelle sei nachgereicht: Ottos gefährlichster Auftrag während des Krieges...
Otto sagte einmal dass während seiner ganzen Zeit als Soldat im Panzerregiment sein gefährlichster  Auftrag gewesen sei, als er von Olt, oder Hptm. Gerhard Lange den Auftrag erhielt, alleine mit seinem Panzer in einer Nacht- und Nebelfahrt den Anschluss zu einer SS Division zu suchen. Lange erklärte ihm vage den Weg und Otto führte diesen gefährlichen Auftrag mit gutem Ende aus. Die nervliche Anspannung alleine mit dem Panzer sich auf einen langen Weg in unbekanntes feindliches Gebiet zu machen und auch durchzuhalten, war ungeheuerlich. Es gelang ihm tatsächlich die Divison (das Reich?) zu erreichen und seinen Auftrag vollkommen auszuführen. Es ist natürlich nicht mehr nachzuvollziehen, wie die Sinne und die eigene Verfassung so reagieren würden, aber Otto hatte schon viele Feindfahrten erlebt und überlebt, aber dieses Fahrt überstieg alles bisher dagewesene und erlebte. Übereinstimmend sagten alle Soldaten, dass Nachtfahrten mindestens mit der doppelt gerechneten  Zeit des Tages anzusetzen seien. Gefühlt kann man den Zeitbegriff nur ahnen. Für diesen Erfolg bekam Gerhard Lange unter anderem das Ritterkreuz. Für Otto war das "sein" Ritterkreuz, das er in seiner Vorstellung immer für sich beanspruchte.
16. Juni 2014 -  Wenn Otto erzählte, dann kam immer wieder vor, dass er sehr stolz von seiner "Hamburg-Reise" erzählte. Otto fuhr als 16 Jähriger mit dem Fahrrad, ohne Gangschaltung, oder moderne Sachen, mit einfachsten Mitteln und 50 Mark in der Tasche über die holprigen Straßen und Wege, über Berg und Tal nach Hamburg. Um Geld zu sparen übernachtete er in den damals noch zur Trocknung aufgestellten üblichen Kleeböcken (Heugeigen) und aufgestellten Getreidegarben. Auf freiem Feld unter freiem Himmel. Ganz alleine auf sich gestellt bewältigte er dieses einschneidende Abenteuer und zu seiner großen Freude wurden ihm von wohlhabenden Verwandten in Hamburg 50 Mark als Anerkennung und Zuschuss zu seiner Reisekasse geschenkt. Als er wieder nach dieser abenteuerlichen Reise in Bamberg ankam, hatte er genau wieder 50 Mark wie bei seiner Abfahrt in der Tasche, so wie er fortgefahren war, ein großes Abenteuer erlebt und sich für seine Entwicklung sicher einen wichtigen Baustein erarbeitet. Dass er wieder mit dem gleichen Betrag ankommen war, so wie er abfuhr erheiterte ihn ungemein. Diese Reise war unvergesslich für ihn, und als ich dieser Tage mit dem Rad von Dresden nach Hamburg, die Elbe entlang fuhr erinnerte ich mich wieder dieser Geschichte und dachte mir, dass dies ein wichtiger Teil meines Nachrufes auf Otto sein sollte. 


Cossels 100er Panzer mit Otto, stehend.. 1941

Was wären diese Bilder mit Kopierschutz? Was wären sie in irgendeinem Sammelalbum? So zeugen sie von Ottos Panzer und der 1. Kompanie und seinen Kameraden im Jahre 1941. Ross und Reiter sind benannt und das Bild hat eine Geschichte und lässt sich historisch einordnen.
Dem in vielen hundert Panzergefechten bewährten 
Feldwebel Otto Eidloth, 
dem treuen Vorstands-Mitglied 
unseres Traditions-Verbandes 
Panzer-Regiment 35 
in herzlicher Dankbarkeit und 
Verbundenheit zum 50.Geburtstag30.XI.1970
Eberbach 
General der Panzertruppen

Otto mit seinem General und den Offizieren des Regimentes in Bamberg nach dem Kriege...

13. April 45 - „Hier ist das Panzerregiment 35 Bamberg. Wir melden uns befehlsgemäß ab. Der Krieg ist für uns aus, wir kappen die Leitung“




Freitag der 13. April 1945 in Bamberg

Erzählung eines Blitzmädchens oder Fernmeldehelferin in der Oberpostdirektion Bamberg am Wilhelmsplatz während einer Unterhaltung in einem gemütlichen Weinlokal in Unterhaid. Meine Erzählerin weit über 80, topp fitt und sehr lebhaft, ich damals über 50 mit Bundeswehr Erfahrung.
Bericht:
Im Keller der Oberpostdirektion war das Fernmeldeamt der Wehrmacht untergebracht.  Wie waren ca. 50 Mädchen in Uniform und hielten den Telefonverkehr  in Bamberg mit aufrecht.Sie berichtete dass gerade sie zufällig die letzte Nachricht des Panzerregiments 35 entgegengenommen hatte.

„Hier ist das Panzerregiment 35 Bamberg. Wir melden uns befehlsgemäß ab. Der Krieg ist für uns aus, wir kappen die Leitung“

(Heil Hitler, so erinnere ich mich, hat die Stimme am Telefon nicht mehr gesagt)

Dann war Stille.Ich gab die Meldung an meine Mitstreiterinnen weiter und erntete betroffenes Schweigen.Wir wussten nicht ob der Krieg auch für uns aus war. Was in Bamberg vor sich ging, bekamen wir ja hier im Keller nicht mit. Wie saßen da ja auch schon tagelang fest.
Scheinbar waren die Amerikaner schon an oder in der Kaserne oder hatten sie erobert.
Die Beklemmung war ungeheuerlich, was wird nun, oder was wird aus uns. Die Mädchen im großen Saal flüsterten nur noch. Was sollen wir jetzt machen, nach oben gehen und nachsehen.
Plötzlich eine Unruhe, ein Aufschrei! Da stand unerwartet mit einem mal ein stattlicher, amerikanischer Offizier in der Tür, der gar nicht wie ein Krieger wirkte, so sauber und adrett in seiner Uniform. Evt. Leutnant oder Hauptmann.
In fließendem Deutsch sprach er uns an. „Meine Damen, sagte er, meine Damen der Krieg ist für sie vorbei.
Ein Raunen ging durch die Telefonabteilung.
So hatten wir das Ende des Krieges und die Eroberung durch den Feind nicht vorgestellt.
Nach einigen mahnenden Worten, die Amis hatten immer noch Angst vor evt. unverbesserliche Nazis, fragte er uns, was wir für Wünsche hätten.
Sie war seltsam, diese Frage, Wünsche, wir hatten keine Wüsche, wir waren wunschlos glücklich, es war ja der Krieg vorbei. Doch dann sagte eine von uns sehr leise, Wenn wir Milch hätten, könnten wir uns Kartoffelbrei machen, Kartoffeln haben wir gebunkert. Sie erschrak ein wenig vor dem Wort ‚gebunkert’.
Der amerikanische Offizier sagte OK. Das hörten wir zu ersten Mal, diese ‚Ok’ das gerade in unserer Zeit wie ein Geschwür  in unseren Wortschatz gekommen ist.
Der Offizier zog los.
Ich frage nach bei meiner Augenzeugin:“ Wo wollte der in Bamberg 1945 denn Milch herbekommen?“
Nun, sage sie weiter erzählend, er kam tatsächlich nach kurzer Zeit mit einer großen Kanne Milch in den Keller. Darauf stand Milchhof Bamberg, ganz einfach.
Ich dachte nach, der einzige Milchhof in Bamberg war versteckt in einer winzigen Gasse am hintern Graben. Wie wollte der Amerikaner den Milchhof so schnell finden?
Meine Erzählerin hatte meine Gedanken erraten und sie erklärte mir, freilich wusste er wo Milch zu holen war.
Der amerikanische Offizier war ja ein geborener Bamberger mit Abitur im Alten Gymnasium.

U.P.
Dazu Informationen aus dem Lexikon der Wehrmacht: Panzer Brigade von Hobe
...und Wikipedia: Cord_von_Hobe

Dank Oliver Lörscher folgen hier noch Informationen zu den letzten Tagen in Bamberg:

Ein Unterrichtsprojekt „Archivpädagogik“ in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bamberg als
Unterrichtsmodell für den Geschichtsunterricht in der 10. Jahrgangsstufe, leider ohne Jahrgang, lautet: Die Stunde Null in Bamberg . Überleben und Wiederaufbau nach dem Krieg. Auch hier wird im Zusammenhang mit der Archivforschung in der zeitlichen Aufarbeitung des Kriegsendes die Juralinie genannt.

In einer Ansprache von Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick am Palmsonntag (20. März 2005) im Bamberger Dom konnte man u. a. hören: … Die Juralinie wurde vor allem durch die Initiative des Bamberger Weihbischofs Landgraf und des Hollfelder Pfarrers Weirather verhindert...

Im Bamberger Volksblatt Nr. 52 vom 2.4.1955 findet sich eine Skizze, die die Juralinie zwischen den Festen Orten Hollfeld und Pottenstein mit einer Verlängerung nach Norden über Hollfeld hinaus zeigt, ferner 2 Verteidigungsringe um den Festen Ort Bamberg.

Albart spricht in seinem Buch „Vom Hakenkreuz zum Sternenbanner“ von der Festung Bamberg, die ein Pfeiler in Hitlers Juralinie sein sollte, einer Linie, die es nur auf dem Papier gab und in den Hirnen weniger Fanatiker, wie er schreibt. Er führt auch aus das Wächtler als Reichsverteidigungskommissar kategorisch darauf hinwies dass Bamberg und Hollfeld Hauptstützpunkte der Juralinie seien.

Sucht man im Internet so findet man etliche Foren, von Sondengängern und Hobbyhistorikern, in denen sich immer und immer wieder die Juralinie als angeblicher Fakt findet. Hitler selbst soll sie als Schutz für Bayreuth gefordert haben. Kampfkommandant von Bayreuth und Schutzbereichsführer Oberfranken war zu diesem Zeitpunkt nach seiner Ernennung am 23.03.45 Generalmajor August Hagl, der am 14.04. in amerikanische Kriegsgefangenschaft geriet. Jedoch: die Juralinie ist eine Fiktion.

Die Fränkische Schweiz, wohl am ehesten durch die „Teufelshöhle“, einer Tropfsteinhöhle bei Pottenstein, bekannt, auf deren Höhenzügen bzw. Tälern die Verteidigungslinie laufen sollte, wurde während des Krieges nicht nur zur Ausbildung der 24. SS-Division verwendet, sondern barg auch geheime Forschungseinrichtungen und beherbergte die SS-Dienststelle „Ahnenerbe“.

Der Höhleneingang der Teufelshöhle war schon lange Zeit bekannt. Dieses Höhlenportal endete früher nach etwa 85 Metern und wurde Teufelsloch genannt. Der spätere SS-Standartenführer und Höhlenforscher Hans Brand durchbrach im Jahr 1922 eine etwa neun Meter dicke Abschlusswand und entdeckte dahinter tropfsteingeschmückte Höhlenteile, die bis August 1923 gangbar gemacht wurden, in weiteren Erschließungsmaßnahmen wurden weitere Höhlenräume erschlossen und mit Stollen verbunden, bis Pfingsten 1931 die Teufelshöhle der Öffentlichkeit zur vollständigen Besichtigung freigegeben wurde. Hans Brand, promovierter Geologe und Bergbauingenieur, war zunächst als Studienprofessor an einer Münchener Oberrealschule tätig. Sein Weg führte über den „Stahlhelmbund“ und den „Lehrerbund“ weiter zu seinem Eintritt 1935 in die NSDAP und schließlich 1939 zum Angehörigen der SS. Er war er innerhalb des SS-Ahnenerbes Leiter der Forschungen zur Karst- und Höhlenkunde. Und hier schließt sich der Kreis zwischen der Division und der Dienststelle der SS.

Am 10. Juli 1942 erließ das SS-Führungshauptamt den Befehl zur Aufstellung einer Karstwehrkompanie, die im November 1942 zum Bataillon aufgestockt wurde. Die später zur 24. Waffen- Gebirgs-(Karstjäger-)Division der SS erweiterte Einheit wurde von Oktober 1942 bis Sommer 1943 in Pottenstein unter Leitung von SS-Standartenführer Hans Brand ausgebildet. Das nach Brand`s Worten Vorhandensein eines karstwehrwissenschaftlichen Instituts mit Bibliothek, Archiv und Laboratorien in Pottenstein, hiermit meinte er wohl sein eigenes, begünstigte die Verlegung.

Wie aber war nun das Kriegsgeschehen? Am 7. März hatten US Truppen bei Remagen den Rhein überschritten, am 22/23.März setzten sie bei Oppenheim über. Am 1. April schloss sich der Ruhrkessel. Die Alliierten befanden sich überall auf dem Vormarsch im Altreich. Licht ins Dunkel der Geschichte der Juralinie bringt eine Ausarbeitung von Siegfried Pokorny, abgedruckt im Archiv für die Geschichte Oberfrankens, Band 89, 2009.

In der Nacht vom 2. auf den 3. April 1945 kamen im Pfarrhaus von Hollfeld vier Männer zusammen. Die Teilnehmer der nächtlichen Zusammenkunft waren der Bayreuther Oberbürgermeister SS-Standartenführer Dr. Fritz Kempfler, der Hollfelder Pfarrer Dekan Kurt Weirather, der Bamberger Weihbischof Dr. Landgraf und der Höhere SS- und Polizeiführer, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Dr. Benno Martin. Eigentlich, so wird sich Landgraf später erinnern, sollte die Unterredung anderer Dinge gelten. Welche das waren ist leider nicht bekannt. Er habe aber die Zusammenkunft genutzt, um sein Ersuchen vorzubringen, Bamberg und die Juralinie nicht zu verteidigen sowie die Munitionsfabriken nicht zu sprengen. Zu diesen ebenfalls später. Martin hätte zugesagt, so Landgraf, sich „energisch dafür beim zuständigen SS-Oberstgruppenführer verwenden zu wollen“. Das Treffen sei, hat Pokorny herausgefunden, von Kempfler und Martin initiiert worden. Das hat auch Weirather in einer eidesstattlichen Erklärung 1950 bestätigt. Vermutlich hofften Martin und Kempfler, dass man über Landgraf Kontakt zu den US-Streikräften herstellen könne, um den Wehrkreis XIII, zu dem auch die nördliche Fränkische Schweiz gehörte, kampflos übergeben zu können. Ein Kontakt kam aber nicht zustande.

Kunze berichtet in seinem Buch „Kriegsende in Franken u. der Kampf um Nürnberg im April 1945“ über die folgenden Tage: Am 10. April stand das amerikanische XV. Korps für den geplanten Vorstoß nach Südosten bereit. Die 106. Cavalry Group fühlte in Richtung Bamberg und Coburg vor. Am 11.04. erfolgte der Vormarschbefehl in Richtung Nürnberg. Die 3. Division rückte auf dem linken Flügel vor. Die deutsche Gegenwehr war außerordentlich gering. Hierzu aus der später veröffentlichten offiziellen Kriegsbetrachtung der Division: „Lohr, Gemunden and Bad Kissingen fell. Regiments leap-frogged forward, division CP advanced from 15 to 25 miles daily, wire communication was a luxury when obtainable. Enemy resistance stiffened. The German high command ordered fanatical "last man" stands at every town in order to give the Nazis time to prepare defenses in larger cities. The rapid push continued after the 3rd held up two days while the 42nd Inf. Div. reduced Schweinfurt. Bamberg was next. When it elected to fight, the 3rd and 45th left the town a smoking ruin. This was the last bastion before Nurnberg where the division had a mock celebration of Hitler's birthday. It was only a matter of days before Augsburg, Munich, Salzburg and Berchtesgaden belonged to the 3rd.”

Am 12. April erhielten die 3. (Maj. Gen. John W. O'Daniel) und 45.US-Infanteriedivision den Befehl, die Stadt Bamberg einzunehmen, während die 106. Cavalry Group in östlicher Richtung aufklären sollte. Aus der Geschichte der 106. Cavalry Group: “Through the winter months of December and January, the 106th was engaged in sporadic encounters with the enemy along the Rhine. It was not really until the new campaign in March that the 106th again was given an offensive mission. This time, they were sent out in advance of XV Corps through the Siegfried Line near Saarbrucken. The 106th spearheaded the advance across the Rhine, and moved through rapidly Aschaffenburg (on the Main river), Bad-Orb, Bamberg, Nurnberg, and then across the Danube and on to the autobahn to Munich. Here the 106th accepted the surrender of the 9th Hungarian Division, which comprised some 8,800 men.” Zugeordnet ist zu dieser Zeit auch das das US 601st Tank Destroyer Bat. unter dem kommandierenden Offizier William R. Harrison. Ausgerüstet ist dieser Verband mit M-36 Tank Destroyern.

In Vormarschrichtung rechts dieser Einheiten ging die 42. US-Inf.Div vor, die nach mehrtägigem Artilleriebeschuß die Stadt Schweinfurt eingenommen hatte. Noch waren am 13. April ihr 222. und 242. Regiment dabei, die Stadt zu sichern, da erreichte die Division der Befehl des XXI. US-Corps, beschleunigt in südöstlicher Richtung vorzustoßen und Fürth anzugreifen und damit das XV. US-Corps bei der Eroberung Nürnbergs zu unterstützen. Als Marschweg war die Reichsstraße 8 von Kitzingen nach Fürth vorgesehen.

Die Division überquerte den Main bei Nordheim, erreichte südöstlich von Kitzingen die heutige Bundesstraße 8, der Vormarsch erfolgte mit dem 222. Regiment links, dem 232. Regiment rechts der Straße; das 242. Regiment fungierte als Divisionsreserve. Der rechte Flügel der Division hielt Kontakt mit Einheiten der 12. US-Panzerdivision; den linken Flügel sicherte die Aufklärungsabteilung, die durch motorisierte Spähtrupps Kontakt mit dem rechten Flügel der 3. Infanteriedivision hielt.

Nordöstlich der genannten Einheiten operierten im Raum Coburg mit Stoßrichtung Südosten nach Kronach und Kulmbach, die 11. US Panzerdivision sowie die 71. US Infanteriedivision.

Dem Kampfkommandanten von Bamberg, Oberst Körner, standen nur die Reste der dort stationierten Ausbildungs- und Ersatzeinheiten (u. a. die Fahnenjunkerschule 4 Bamberg, Kommandeur ab Februar 1945 Major Johannes Teuber), eine Genesendenkompanie von etwa 200 Mann und Volkssturm zur Verfügung. Ein Schreiben vom 31.03.45, Der Befehlshaber im Wehrkreis XIII, mit dem Betreff „Kampfeinsatz des Ersatzheeres“, in dem …zur Zerschlagung eines Feindeinbruches in Franken..die sofortige Bildung von Kampftruppen.. gefordert wird, listet für Bamberg die Kav.A.Abt 20, P.L.Abt.35 sowie Kf.A.Kp.113 in Stärke von gesamt 857 Mann auf und sieht hierfür, da die Bewaffnung unzureichend war, die Zuführung von 460 Gewehren, 34 MG sowie 120 Panzerfäusten vor (Bundesarchiv-Militärarchiv, RH53-13/95). Im näheren Umkreis finden sich in Hof das Ld.Schtz.A.Btl. I/13 in Stärke von 1342 Mann, sowie in Bayreuth das Gren.E.Btl.42 in Stärke von 1310 Mann (dem lt. der Meldung 600 Gewehre, 26 MG sowie 260 Panzerfäuste zugeführt werden sollten).

Im Raum Hallstadt befand sich nach Albart ein Flak-Regiment sowie eine unbekannte ungarische Einheit. Genannt wird von ihm eine Ausstattung mit 67 französischen Beutegeschützen verschiedener Kaliber. Eine Quellenangabe hierfür gibt er nicht. Eine wirkungsvolle Verteidigung war mit den geringen Kräften kaum möglich. Es darf festgehalten werden, dass die Führung des LXXXII. Armeekorps keine Kampftruppen in die Stadt schickte und somit wesentlich zur Schonung Bambergs beitrug.

Im Raum Bamberg gab es zu diesem Zeitpunkt zwei Munitionsfabriken oder –anstalten. Eine davon in Bamberg selbst zur Versorgung der dortigen Garnison, hier war in der Zwischenkriegszeit eine Fertigung der Firma Messerschmitt untergebracht bevor der Umzug nach Augsburg/Haunstetten stattfand. Hier befand sich auch eine Art "Werksflugplatz" von Messerschmitt, der noch im Zweiten Weltkrieg als Notlandefeld ausgewiesen war. Eine weitere Munitionsanstalt befand sich in Breitengüssbach nördlich von Bamberg, die Luftwaffenmunitionsanstalt 1/XIII, zugehörig der Luftzeuggruppe 12 Wiesbaden. Gefertigt wurden dort Infanterie-, Bordwaffen-, Abwurf-, Leucht-u. Signalmunition nach folgender Quelle: BA- MA Freiburg RL 2 III/419- Freiburg. Verfügungsberechtigt in Breitengüssbach war im April 1945 allein das Militär, nach Hitlers Befehl vom 19.03.45 (Nero-Befehl) die Wehrmacht. Da das Lager aber ein Luftwaffenlager war dürfte die nicht erfolgte Sprengung wohl mehr der Kompetenzüberschreitung zuzuschreiben sein.

Am 11. April standen die US Verbände bei Hallstadt nördlich von Bamberg. Ein Angriff des 3. Bat. des 180. Inf. Rgt. zwang die ungarische Einheit und die Flak zum zurückgehen.

Am Nachmittag des 13. April griff das 180. Inf.Rgt. (Commanding Officer: Lt. Col. Everett W. Duvall) der 45. US-Inf.Div. von Hallstadt aus die Stadt an, während Teile des 15. Inf.Rgts. der 3. US-Infanteriedivision von Bischberg und Gaustadt her in die Stadt eindrangen. Der kaum ausgerüstete Volkssturm war in Auflösung begriffen; die Kreisleitung unter Kreisleiter Zahneisen hatte sich nach Süden abgesetzt und der Kampfkommandant verließ ebenfalls die Stadt und setzte sich in Zivilkleidung nach Merkendorf zu seiner Familie ab, wo er später gefasst und interniert wurde. Lediglich einige in den Kasernen zurückgebliebene Gruppen leisteten dort und in der Stadt Widerstand. Bamberg wurde mit Artillerie und Panzern beschossen. Nach kurzen Gefechten gelang es dem kommissarischen Oberbürgermeister Dr. Böhm, die Stadt den Amerikanern förmlich zu übergeben. Den letzten Widerstand im Stadtzentrum brachen die US Army am Morgen des 14. April. In der Nacht vom 13. Auf den 14.4. wird ein einzelner Bombenangriff auf Stellungen des 15. Rgts. dokumentiert. Es soll sich dabei um einen Jagdbomber der Luftwaffe gehandelt haben. Nach Bildern der US-Division wurde bei den Kämpfen auch ein Panzerkampfwagen V Panther Ausf. D in der Zollnerstraße zerstört, in unmittelbarer Nähe der Panzerkaserne. In dieser war das Panzerregiment 35 der 4. Panzerdivision der Wehrmacht beheimatet, vermutlich handelte es sich um einen Trainingspanzer. Insgesamt sollen sich noch 10 Panzer in der Kaserne befunden haben, die unter Spritmangel litten. In Bamberg wurden etwa 1000 Soldaten gefangen genommen.

Noch während der Kämpfe in der Stadt Bamberg stießen die verbliebenen Teile der beiden Divisionen in breiter Front nach Süden bzw. Südosten vor. Das 157. und das 159. Regiment der 45. US-Division umgingen Bamberg im Norden und erreichten mit auf Panzern aufgesessener Infanterie die Wiesent bei Ebermannstadt. Dieser Vorstoß kam für die deutsche Führung überraschend. Der Gefechtsstand des LXXXII. A.K., der erst am 13. April 1945 von Geisfeld nach Streitberg verlegt worden war, mußte in aller Eile am Nachmittag des 14. April nach Thuisbrunn und am folgenden Tag weiter nach Kirchensittenbach verlegt werden.

Die Brücken über die Wiesent wurden unzerstört festgestellt, so dass amerikanische Verbände sofort am Südufer einen Brückenkopf errichten konnten. In der Nacht allerdings wurden die Amerikaner durch einen schwachen deutschen Gegenstoß wieder auf das Nordufer zurückgedrängt. Ein von Panzern unterstützter Gegenangriff am nächsten Morgen traf auf keinen Widerstand. Im Laufe des 15. April stieß die Division trotz weiterer Gegenwehr weiter nach Süden vor.

Am 16. April 1945 besetzen, nachdem am Tag zuvor die letzten SS-Soldaten, die der dortigen Ausbildungsstätte angehörten, aus Pottenstein abgezogen waren, amerikanische Panzer Pottenstein. Damit war ein Großteil der Fränkischen Schweiz von der US Armee besetzt.

Die 45. US-Inf.Div. war auf ihrem gesamten Weg vom Main zur Pegnitz auf keinen ernsthaften Widerstand gestoßen. Sie war den abgekämpften Divisionen des LXXXII A.K., welches im Bereich Bamberg operierte und bis zum 15.04. von General Walther Hahm kommandiert wurde, gefolgt, die aus der 36. VGD (Gen.Maj.Helmut Kleikamp) und der 416. Inf.Div (Gen.Lt. Kurt Pflieger) bestanden – die 256. VGD (Gen.Maj. Gerhard Franz) war bereits vor dem 10.04. in den Haßbergen untergegangen. In der offiziellen Meldung der Heeresgruppe G ist dem Armeekorps noch die 21. Flak-Division zugeordnet. So konnte das Armeekorps weder Lauf verteidigen noch an der Pegnitz eine neue Widerstandslinie errichten, sondern mußte weiter nach Süden ausweichen, zumal der Vorstoß der 14. US-Pz.Div. mit einem Angriff in die linke ungeschützte Flanke oder sogar mit einer Umfassung drohte.

Nordöstlich davon erreichte am 13.4.45 die 11. US-Panzerdivision in Verbund mit der 71. US-Infanteriedivision Kulmbach. Angriffsspitze bildete das 55th Armored Infantry Bat. der 11. Panzerdivision, der Einmarsch erfolgte nach den AA-Reports um 11.47 Uhr. Kampfkommandant von Kulmbach war Oberstleutnant Kurt Myrus, diesen zur Seite standen lt. dem Buch von Zeitler „Neubeginn in Oberfranken“ als Führer des Volkssturms Oberst d. R. Konrad Hofmann sowie SS-Offiziere aus Bayreuth sowie der Kreisleiter, SS-Oberführer Fritz Schuberth. Neben Volkssturm und HJ-Einheiten standen nur Wehrkreisbedienstete und Genesende zur Verfügung, die Gesamtzahl wird auf etwa 1000 Mann geschätzt. Im Verlauf des Einmarsches kam es zu Schusswechseln mit auf der Plassenburg stehenden dt. Soldaten. Um 18. Uhr war die Säuberung Kulmbachs lt. Reports durchgeführt, der letzte Widerstand gebrochen. Während sich das CCB des 22nd Tank Bat. sowie die Kompanie A der 41st Cav. Rec. Squadron imVerbund mit dem CCA des 705th Tank Destroyer Bat. Richtung Untersteinach – Stadtsteinach – Himmelkron vorkämpften wurde vom Rest der Vormarsch Richtung Bayreuth weitergeführt, wobei die Spitzen gegen 18.00 Uhr Neudrossenfeld erreichten. Der Vormarsch erfolgte hier etwa entlang der jetzigen Bundesstraße 85. Zu dieser Zeit standen die Panzerspitzen der von Bamberg vorgehenden Einheiten im Bereich Behringersmühle in der Fränkischen Schweiz.

Dienstag, den 17. April 1945 – das OKW gibt bekannt: ... Die auf breiter Front zwischen
Bayreuth und Heilbronn angreifende 7. amerik. Armee konnte auf ihrem linken Flügel aus
der Fränkischen Schweiz bis in den Raum von Lauf und Erlangen vorstoßen. In den übrigen
Abschnitten kamen die feindlichen Divisionen durch ihre Standfestigkeit und die fortgesetzten
Gegenstöße unserer Grenadiere nur wenig über ihre Ausgangsstellen hinaus. ...

Stichpunktartie Lagebeschreibung aus dem Kriegstagebuch des OKW:
14.4.45 - ... H Gr G ... Verschärfung an der Südfront. Der Gegner steht jetzt 12 km vor
Bayreuth. Über den Einsatz der 189. Inf-Div und der 17. SS-Div liegen noch keine Meldungen vor, ebenso über die Lage im Raum Schweinfurt, wo die 1. (US-)Armee bis nach Heilbronn vorkam.
15.4.45 - ... H Gr G: Südlich von Leipzig hat sich die Lage verschärft. ... Von Hof aus
Vorstöße auf Hirschberg. Bayreuth ging verloren. Südlich Bamberg drang der Feind weiter
vor bis Heilbronn. ...
16.4.45 - ... H Gr G: Feindl. Vorstöße auf Nürnberg. ...

Aber zurück. Eine Anweisung Hitlers für die Juralinie ist nicht belegt, sie findet sich weder in Hitlers Weisungen für die Kriegsführung, nicht im Kriegstagebuch des OK der Wehrmacht noch in den Geheimen Tagesberichten der dt. Wehrmachtsführung. Das Militärgeschichtliche Forschungsamt Potsdam bezeichnet die Juralinie als rein fiktiv. Auch in den Memoiren von Generalfeldmarschall Kesselring, OB West zu diesem Zeitpunkt, findet sich eine Juraverteidigungslinie nicht.

Dr. Martin führt in dem 1950 gegen ihn geführten Spruchkammerverfahren aus dass als Ergebnis seiner Intervention Bamberg kampflos übergeben worden ist. Dass dies nicht zutrifft beweisen die Ereignisse vom 13. und 14. April 1945.

Eine Notiz des Forchheimer Stadtpfarrers Sextl von 1945, gefertigt nach einem Gespräch mit Dr. Martin, gibt an dass laut Hitlers Befehl, der nicht nachweisbar ist, die Verteidigung von Bamberg durch kampfstarke SS-Einheiten erfolgen sollte, wobei ein lettisches SS-Bataillon die Verteidigung der Juralinie übernehmen sollte. Es gab jedoch zu diesem Zeitpunkt im Raum Bamberg gar keine geschlossenen SS-Verbände. Dem LXXXII. AK waren keine SS-Einheiten unterstellt, die lettischen SS-Verbände - die 19. Waffen-Grenadier-Division der SS (Lettische Nr. 2) wurde im Mai 1945 im Baltikum vernichtet, die 15. SS-Division (Lettische Nr. 1) ging im Mai 1945 in russische Gefangenschaft - befanden sich nie in der Bamberger Gegend, eine Verlegung war nicht geplant. Infrage gekommen wäre dafür nur das XIII. SS-Armeekorps, dieses befand sich unter SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Max Simon im westlichen Mittelfranken und zog sich Richtung Nürnberg zurück. Am 14.04. z. b. war der Gefechtsstand in Lichtenau zwischen Ansbach und Nürnberg. Nachgewiesen sind im Raum Bamberg das SS-Panzergrenadier-Bat. 506, Teil der 6. SS-Division, in Stärke von ca. 2 Kompanien. Diese Reste bildeten in der Nacht 13.04/14.04. im Raum Bamberg eine Abwehrstellung mit Front nach Norden und Nordwesten und zogen sich am 14.04. weiter in Richtung Süden zurück.

Die auf Landgraf beruhende Aussage, Dr. Martin habe zugesichert sich bei dem zuständigen SS-Oberstgruppenführer energisch für einen Verzicht der Verteidigung Bambergs sowie der Juralinie einzusetzen, sowie die angeblich vom 11.4. stammende Mitteilung Dr. Martins an ihn, dass Bamberg und die Juralinie nicht verteidigt werden würden, darf ebenfalls in den Bereich der Fiktion verschoben werden. Albart berichtet hierzu ähnlich. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Süddeutschland nur einen einzigen SS-Oberstgruppenführer, nämlich Paul Hauser. Dieser wurde jedoch von Hitler bereits am 2.4. vom Oberbefehl der Heeresgruppe G abgelöst und am 4.4. durch General Friedrich Schulz ersetzt, eine Kontaktaufnahme hätte erst nach dem 2.4. erfolgen können, und da war Hauser bereits abgesetzt. Am 11.4. war Hauser definitiv ohne Einfluss.

Dirk.R.
11.06.2011, 22:23
http://www.historisches-forum-bayern.de/userfiles/Archiv_und_Schule/bamberg_stunde_null_01_konzeption.pdf
Hans_L
13.06.2011, 11:39
zu dem Themenkomplex gibt es auch eine sehr gut fundierte Arbeit von Siegfried Pokorny
(im Archiv für Geschichte von Oberfranken, Band 89) welcher die Einlassungen von Martin ins Märchenreich verweist.
Seinen Kopf konnte er trotzdem retten, vor allem durch positive Stellungnahmen aus dem Bereich der Kirche (!) welche ihm ja manchmal schon fast den Status eines Widerstandskämpfers andichteten.

leider kein direkter Link auf den Band, Jahrbücher 2009, Band 89
http://www.hvo.franken.org/wir_ueber_uns_1.html