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Über jeden Soldaten liesse sich ein Buch schreiben...

Samstag, 26. November 2011

Kleine Weihnachtsgeschichte..."Der deutsche Offizier strickt nicht!"

Quelle Wikipedia, siehe Link
Es war einmal im Jahre 1943...
So fangen normalerweise alle Märchen an. So erzählt es in unserem Falle der Regimentsteddy: Ist aber garantiert die reine Wahrheit; erzählt von Fritz Schneider, als wir uns mit dem "Entenzieher"*
Hilmar, dem Sohn vom Fw. Ludwig in Trailsdorf beim Schwarzmann trafen.
Früher gab es ja noch keinen FS, oder TV, keine Soaps, keine DsdS, oder den ganzen Mist. Keine Playstation wievielwas. Da sass die Oma noch auf dem Kanapee, Chaiselonge, oder Sofa, oder sonstwo und... strickte und strickte und strickte! Meist wunderbare Socken, denn die wurden immer gebraucht. Keine doofen Klorollen fürs Auto, oder Verzweiflungstopflappen. Fritzchen sah zu - und machte es nach! Oma war eine sehr gute Lehrmeisterin. Mit der Zeit wurde aus Fritzchen ein guter Stricker, aus Fritz ein noch besserer Stricker!
Fritzchen machte das Abitur, Fritz kam zum Arbeitsdienst und Fritz kam zum Militär.
Friedrich wurde deutscher Offizier im Pz.Rgt. 35 und fuhr als junger Leutnant vom Urlaub zurück nach Russland. Ihm gegenüber sass eine Frau und strickte. Irgendwann musste sie ihren Platz verlassen und sie bat Fritz, doch auf ihre Sachen aufzupassen. Fritz nahm sich des Strickzeuges an - und fing an weiter zu stricken! 2 links- 2 rechts, eine fallen lassen. Munter klapperten die Nadeln, denn Fritz hatte nichts verlernt und war immer ein fleissiger Stricker. Plötzlich wurde die Türe von der Feldgendarmerie aufgerissen und er wurde sofort von den "Kettenhunden" * verhaftet. Die schlauen Beamten identifizierten ihn sofort als Agenten einer feindlichen Macht! Die verblüffende Erkenntnis wurde ihm entgegengebrüllt*: "Der deutsche Offizier strickt nicht!" Das hatte also genügt, den Funken der genialen Intelligenz überspringen zu lassen an den Ort wo das Hirn vermutet wird! Alles bitten und betteln half nichts. In den leuchtenden Augen der Häscher funkelte bereits der zu erwartende Erfolg. Beförderung, Auszeichnung schienen in Reichweite. Verhör und Erschiessungskommando würden das Ende des feindlichen Agenten besiegeln. Fritz blieb nichts anderes übrig, als zu warten, bis eine Fernsprechverbindung zu Eberbach hergestellt wurde! Fritz kam frei. Wurde von Eberbach empfangen, der ihn herzlich umarmte! Und der ihm einen Cognak einschenkte! ( schwäbisch: Schneyderleyn, Schneyderleyn, was machet Sie fier Sache!)

* - "Entenzieher" deshalb, weil der kleine Hilmar mit seiner Holzente, die er hinter sich herzog, zum Bamberger Bahnhof lief "um auf seinen Papa zu warten".
* - "Kettenhunde" Abwertiger Ausdruck in der Sprache der Landser für die Militärpolizei. Ein Hund, der an der Kette hängend, oft sehr böse wurde und gefährlich. Die Kette mit dem Schild (Ringkragen) auf der Brust zeichnete sie als Militärpolizei aus.
* - Heute nochmals mit Fritz gesprochen. Er hat laut gelacht, als ich ihm von der Veröffentlichung erzählt habe. Dabei sagte er mir, dass ihn der Kettenhund angebrüllt hat... ( Fritz freut sich sehr, dass er und seine Erlebnisse ihn noch lange überdauern werden. Er und seine Veteranenkameraden wissen genau, dass die Blumen auf den Gräbern schnell verwelken. Aus diesem Grunde fragt er auch immer wieder, wie lange das hier im Internet zu lesen ist. Mit dem Begriff Internet kann er allerdings nichts genaues anfangen. Es erscheint sehr mysteriös, aber es muss etwas Tolles sein.)

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