Gedenkensteine in Bamberg, Kaserne 2017

Gedenkensteine in Bamberg, Kaserne 2017
immer noch unvergessen...
1943: Olt. Georgi, Chef 3. Kp.
zu dem von "Kameraden" denunziertem Benzinfahrer Becker:
"Ich gebe Ihnen einen guten Rat!
DENKEN SIE NICHT ZU LAUT!"

Damit rettete er ihm das Leben...
Dieser Satz hat zu jeder Zeit
eine tiefe Bedeutung...

Die "Bären" - Медведь - медведь танков - Sie gaben sich selbst den Namen: "Die Eberbacher"

Die "Bären" - Медведь - медведь танков - Sie gaben sich selbst den Namen: "Die Eberbacher"
(1943 Lgov) Mit dem Teddy lebt das Regiment weiter und wird seiner historischen Verantwortung gerecht - Das Panzerregiment 35 mit seinen Stabskompanien, 8 Kompanien in 2 Abteilungen, der Ersatzabteilung in Bamberg mit 6 Kompanien

Geburtstagsliste - Panzerregiment 35 1940

Die "Bären" 1943

Die "Bären" 1943
Februar 1943 Llgov - Stabskompanie

Abteilungsbefehlspanzer März 1943

Abteilungsbefehlspanzer März 1943
Lt. Heinz Burkard (⚔ 8. Jan.1944) 1943 auf dem Befehlspanzer bei Kaljakorowsk

Mittwoch, 30. November 2011

Zum gestrigen Tag...Am 29. November 1941 ging vom Bahnhof Märzfeld auf dem damaligen Reichsparteitagsgelände der erste Deportationszug mit über 1000 Juden aus Franken Richtung Osten in das Lager Jungfernhof bei Riga

Gestern abend war ich mit meiner Frau und einer Jugendfreundin anwesend. Deren Grossvater wurde von den braunen Horden wie ein Hund in Nürnberg erschlagen. Seine Frau wurde nach Izbika verschleppt und dort umgebracht. Die Mutter unserer Freundin hatte das Glück zu überleben, weil ihr Mann Frontsoldat war und seine Frau nicht den Nazischergen übergab.
Meine Mutter war überzeugte Nazianhängerin und wachte erst allmählich auf. Ausgerechnet die Holocaust Überlebende Lotte wurde jahrzehntelang eine ihrer besten und engsten Freundinnen. Durch sie erfuhr sie die Leiden und die Todesangst die diese Menschen in diesen unseligen Jahren durchstehen mussten. Meine Mutter verleugnete nie ihre Einstellung und Liebe zu Deutschland. Trotzdem fanden sie sich, weil ihre Werte, Zuneigung, Mitgefühl, Treue sich ergänzten und sie sich in gegenseitigem Respekt fanden.Die beiden schafften den Spagat, sich zu finden trotz der gegensätzlichsten Erlebnisse, die nur vorstellbar waren.

Während der Gedenkveranstaltung und den bewegend vorgetragenden Erlebnissen der Zeitzeugen liefen auf der Projektionswand Bilder von verschleppten und ermordeten Menschen aus Nürnberg ab. Es waren Menschen wie Du und Ich! Menschen wie aus unserer Nachbarschaft. Nur durch die Brandmarkung und Abstempelung wurden sie aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt, allem - wirklich allem beraubt und ermordet. Sie hatten viele willige Helfer!

Meine Eltern heirateten im Mai 1941- Mein Vater bekam als Soldat einen Wermachts LKW gestellt und sie konnten in der Hirtengasse in Nürnberg Hausrat abholen. Es war die Wohnung von Juden, die weinend in der Ecke standen, während ein SA Mann in der Asche des Ofens nach versteckten Reichtümern suchte. Jeder wusste, dass erst durch Vertreibung und Deportation, sich das gesamte Vermögen dieser Menschen beschlagnahmen liess. Junge Ehepaare wurden so zu Nutznießern und Teilhabern an Vertreibung und Mord gemacht.
Meine Mutter hatte in der Firma Friedmann - Wäschefabrik gearbeitet am Tage der Reichsprogromnacht. SA Leute schütteten Säure auf die wertvollen Teppiche und zerschlugen das Büro.
Familie Friedmann hatte zwei kleine süße blonde Kinder! Herr Friedmann war Frontkämpfer im I.WK und sie glaubten dadurch geschützt zu sein. Sie wurden alle ermordet. Auch WK I Veteranen mit dem EK I wurden ohne Rücksicht verschleppt und ermordet.


Wir machen hier keinen Spagat zwischen Hakenkreuz und Davidstern. Wir versuchen wahrhaftig zu sein, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Wir haben eine Geschichte, wir haben eine Historie, wir haben eine militärische Vergangenheit, wir haben die Tradition des Pz. Rgt.35.
Würden wir alles ignorieren würden wir uns nur verstellen und unglaubwürdig werden. Ohne Historie, ohne Geschichte, ohne Würde kann kein Mensch leben und auch keine Nation.

Dummheit, Brutalität und Grausamkeit lassen sich nicht verbieten, sondern verbergen sich geschickt und tarnen sich vortrefflich. Wir müssen erkennen, lernen und daraus unser Wertesystem immer und immer wieder auf den Prüfstand stellen. Nur dann arbeiten wir mit Messlatte und Richtschnur.

Menschen ohne Respekt für Werte, ohne Gefühl, Nächstenliebe, Mitgefühl wurden früher aus der menschlichen Gemeinschaft ausgeschlossen. Wir sollten das gleiche tun und sie nicht noch füttern.
Das Leid der Menschen die wir Juden nannten ist unaussprechlich. Die oft lächerliche Bestrafung der Täter war ein Hohn für die Opfer.

Für einen Holocaust Überlebenden wird dieser Blog eine Zumutung sein. Wir brauchen ihn trotzdem, Ohne Historie sind wir wie Blätter im Wind. Ich hoffe inständig, dass wir immer wieder unsere Werte glaubhaft vermitteln und Verständnis für unsere Arbeit finden.

Videointerview: Ernest Haas, Überlebender

Persönlicher Bericht: Arno Hamburger, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde

Gespräch: Peter und Samual Stern (Überlebende), Rudi Ceslanski (Sohn Deportierter), Hans-Christian Täubrich (Leiter Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände)

Hans- Jürgen Zeis
aus Nürnberg, der Stadt der Reichspareitage, der Nürnberger Rasse - Gesetze ...
und jetzt Stadt der Menschenrechte...
Diesen neuen Titel gilt es zu beweisen.

Immer wieder höre ich die Entschuldigung, dass der Eine, oder Andere noch nicht zu dem Zeitpunkt geboren war. Ich auch nicht! Trotzdem überdauerte der Schrank der Familie aus der Hirtengasse Jahrzehnte und zog dreimal mit unserer Familie um! Immer als stummer Zeuge und Erinnerung, dass auch unbeteiligte Menschen irgendwie in die Sache verwickelt waren. Auch ich hatte meine Kleider und Spielsachen viele Jahre darin verwahrt. Lange stand er noch auf dem Dachboden und immer wenn ich dorthinkam, war der erste Gedanke an die Familie aus der Hirtengasse und dass der Schrank eigentlich kein Glück bringen kann. Vor einigen Jahren habe ich ihn unter Mühen entsorgt. Er war sehr massiv und schwer gebaut. Solide Handwerksarbeit. 

Wieviele Firmen, Betriebe entstanden in den Nachkriegsjahren aus dem Beutezug der Habgier. Viele sind wieder verschwunden, waren letztlich "unrecht Gut" das nicht gedeihet. Scheinheilig arisiert, ohne den Segen, den ein "rechtes Gut" begleiten soll. Also sollten wir uns es nicht so leicht mit der "Nichtbeteiligung" machen.

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